GLSBe Schwimmen - Tipps und Tricks

Tipps und Tricks

Schwimm-History

Schwimmen - Geschichte und Stile

by Rolf Hotz

Schwimmen in der Antike (und Olympische Geschichte)
Schwimmen bis in unsere Zeit
Schwimmen - Stile und Regeln

Schwimmen in der Antike

Schwimmen und Wettkämpfe sind seit Jahrtausenden bekannt.
Um die Geschichte des Schwimmens zu begreifen, muss man folgendes wissen: der Mensch in Urzeiten hatte zuerst im täglichen Ueberlebenskampf zu bestehen. Sportliche Betätigung kam als vergnüglicher Anlass selten vor. Sport diente direkter Ueberlebensstrategie (z.B. Jagd > Pfeile werfen oder Krieg > Laufen).

Und trotzdem mussten oder wollten sich die Menschen schon immer und auf allen Kontinenten mit dem Element Wasser und der Fortbewegung darin auseinandersetzen. Geschwommen hat man vermutlich auch immer wieder bei der täglichen Körperhygiene in Flüssen, Seen oder im Meer - diesen Zweck des spielerischen Schwimmens zu Hygienezwecken können wir noch heute in verschiedenen Ländern beobachten (Java, Thailand...).

Und nicht zu vergessen : das Schwimmen beim Fang von Fischen oder bei der Perlen- oder Schwammsuche.

Erste Hinweise auf Schwimmen finden sich schon in vorägyptischen Felsenmalereien (4000 v.C.): Schwimmer mit Wechselschlag-Stil.
3000 v.Chr. kennen die Aegypter eine eigene Hieroglyphe für "Schwimmen"
Ein Steinfries um 869 v.C. im heutigen Irak zeigt Krieger paddelnd mit aufgeblasener Tierblase und Schnorchel als Schwimmhilfe.
Schwimmen nicht enthalten in antiker Olympiade (Blüte : 6.-5. JH v. Chr)der Griechen.
Die Griechen kannten zwar das Schwimmen auch als Mittel zur Ertüchtigung der Krieger aber ebenso als Therapeutikum gegen verschiedenste Krankheiten wie Rheuma, Arthritis, Lahmheiten, Schlaflosigkeit und Samenfluss.
Wichtig war den Griechen die Förderung der Schüler im Schwimmen : sogenannte Colymbethra (Schwimmteiche) gehörten zum Gymnasium. Schwimmen war den Griechen sehr wichtig. Der Satz : "Er kann weder schwimmen noch lesen" stammt aus dieser Zeit!

Und trotzdem : warum war Schwimmen bei den Griechen keine olympische Disziplin gewesen?

Die Griechen waren bezaubert von öleinbalsamierten nackten Männerkörpern, genossen (an Land) im Stadion die v.a. aus der Kriegstechnik entwickelten Sportarten (Werfen Laufen Springen) - die Schwimmer hätte mann also nicht ebenso bewundern können...
weiter betrachteten die Griechen Schwimmen eher als Sport für Kinder und Frauen...
Und vermutlich wäre es nicht ganz einfach gewesen, nachträglich neben dem Stadion noch eine genügend grosse Schwimmanlage zu betreiben (der Peloponnes ist sehr gebirgig und trocken!).

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Schwimmveranstaltungen bei Germanen :
Bei den Germanen gehörte das Schwimmen-Können sozusagen zur Grundausbildung, vermutlich in Hinsicht auf kriegerische Auseinandersetzungen. Bei den Germanen war das Schwimmen Teil von Wettkämpfen anlässlich der "Things" (Tagesordnung). In ihren Wettbewerben kannten die Germanen z.B. das Langstreckenschwimmen während 5 Tagen und 5 Nächten sowie das Tauchen und Schwimmen in voller Rüstung. Neckisch dürfte das Ringen im Wasser gewesen sein!

China : Schwimmvorführungen am kaiserlichen Hof
Und schwimmen ausserhalb Europas? Hinweise auf schwimmerische Fähigkeiten finden sich ebenso in Asien und Amerika. In Japan waren schon immer gute Schwimmer und vor allem Taucher (Perlentauchen) anzutreffen. Den chinesischen Kaisern sollen am Hofe bei Schaustellungsveranstaltungen auch Schwimmkünste vorgeführt worden sein. Aus Südamerika ist bekannt, dass Inkas-Krieger in Booten von schwimmenden Muso-Chucho-Indianern angegriffen wurden.

Schwimmen zur kriegerischen Ertüchtigung und bei Theaterspielen der römischen Kaiserzeit:
Zurück zu Europa und den Römern. Zuerst wurde im Tiber zu Rom geschwommen. Später schwammen Villenbesitzer auch in ihren "Piscina" - ein ursprünglich für die Fischzucht eingerichteter Teich.
Solche Piscinas fanden sich auch in den Caracalla-Thermen. Im alten römischen Reich (v.a.der Blütezeit) stand das Badewesen in Thermen in hohem Ansehen. Die beheizbaren und bis zu 70 m langen (aber meist sehr seichten - bis 1.5 m Tiefe) Thermen boten nicht selten bis über Tausend Badefreudigen Platz.
Schwimmen diente in Rom aber vor allem der körperlichen Erziehung derJugend und zum militärischen Ertüchtigungsprogramm. 


Vom Stil her ist bekannt, dass schon damals der Crawl (= "Kriechschwumm") sehr beliebt war. Auch das Seitenschwimmen, das Rückenschwimmen und eher selten (!) das Brustschwimmen wurde gelehrt und gepflegt.
Trotzdem war Schwimmen lange Zeit für die Römer nur Mittel für kriegerische Zwecke. Neu waren dann die Schwimmvorführungen in der römischen Kaiserzeit. Bei Theatervorstellungen gab es reigenartige Unterwasser- Schwimmübungen in sogenannten Amphitheatern.
Zudem massen die Römer dem Schwimmen zunehmend auch Heilzwecke zu wie die Griechen, wobei die Römer extrem warme Temperaturen als ertüchtigend anschauten. Der Philosoph Seneca warf seinen Landsleuten vor, sich im Wasser abkochen zu lassen und sprang daher vorbildlich in eiskaltes Wasser.
Als Schwimmhilfen wurden v.a. "Schwimmgürtel" aus Binsen in Bündeln und seltener aus Kork verwendet. Plautus schreibt 184 v. C. in seinen Aulularia : "Wie man den Knaben, die schwimmen lernen, Binsenbündel umlegt, damit sie leichter schwimmen und die Hände bewegen, so muss ein Sklave dem verliebten Herrn die Binsenflechte sein, damit er nicht zu grunde geht." (Neben dem historischen Wert dieser Anekdote überlasse ich die weitere Interpretation dem geneigten Leser!)

Noch eine weitere Spezialität wird aus Rom berichtet : das sogenannte Pferdeschwimm-Training. Nackte Soldaten übten mit ihren Pferden das Schwimmen in Flüssen - die Kaiser befahlen ihren Generälen nicht selten sogar, dafür zu sorgen, dass die nackten Soldaten nicht in der Nähe von Siedlungen ihre Trainings zu absolvieren hättten!

Und noch etwas : das gemeinsame Baden von Mann und Weib war die Regel, aber der Mann hütete sich davor, gemeinsam mit seinem Sohn oder seinem Schwiegersohn zu baden!

Nach dem Untergang Roms verkamen die Thermen zu Orten der Sittenlosigkeit - die Gebäude zerfielen.

Später wird das Schwimmen nochmals bei den Rittern gepflegt. Unter dem Einfluss der Scholastik im Mittelalter sind Körperübungen generell und das Schwimmen wegen der Körperentblössungen besonders verpönt.
Badehäuser wurden schliesslich ganz verboten. Einher damit ging auch eine gute Körperhygiene verlustig. Erst die Aufklärung gegen Ende 16.Jh. konnte dem Schwimmen (als Mittel zur körperlichen Abhärtung) erstmals wieder etwas Leben einhauchen.

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Schwimmen bis in unsere Zeit

Erste öffentliche Badeanstalten wurden eröffnet (z.B. in Paris, 1760).
1798 veröffentlicht der Deutsche GutsMuths das "kleine Lehrbuch der Schwimmkunst zum Selbstunterricht".
1810 veranstaltet Japan ein 3-tägiges Schwimmfest
1837 wird in Berlin der erste deutsche Schwimmverein gegründet. 1886 der DSV gegründet.
1846 Schwimm-Meisterschaft in Sydney
1869 Verband städt. Schwimmclubs in London definiert Regeln
1873 organisiert Londoner "National Swimming Association" den ersten Schwimmwettbewerb des Westens
1889 erste europäische Amateur-Wettkämpfe in Wien
1896 neuzeitliche Olympiade in Athen mit Schwimmen
1896 wird Schwimmen als olympische Disziplin aufgenommen
1908 die FINA (Fédération Internationale de Natation Amateur) konstituiert. Die FINA entwickelt sich in der Folge zu einem der grössten Weltsportverbände!

Neben Schwimmen entwickeln sich weitere Wettkampfsportarten im Wasser wie Springen, Wasserball, Wasserballett (Synchron- oder Kunstschwimmen).
An der Olympiade 1908 in London wird erstmals in einem Bad und nicht wie bis anhin in einem Fluss geschwommen. Gewinner ist Charles Daniel, der 100 Meter mit einer "neuen" Technik, dem Crawl schwamm.
Der grosse Star an der Olympiade von 1924 in Paris ist der schöne Schwimmer Johnny Weissmüller - der spätere Tarzan im Kino.
1972 räumt Mark Spitz an den Spielen in München gleich 7 Medaillen ab.

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Stile und Regeln :

Reihenfolge: Schnellster Mann auf Bahn 3, dann 4, 2, 5, 1, 6
Rücken: Start im Wasser, Hände an Haltegriff, Zehen an Oberfläche; nie völlig untergetaucht schwimmen ausser bei Wende und 15 m vor/nach Start
Butterfly: Brust an Oberfläche kein Drehen auf Rücken , paralleles Führen der Glieder (1945, Jack Verdeur,USA)
Brust: Vor 1. Armzug und nach Wende Brust + Schultern an Wasseroberfläche; Arm-und Beinbewegung gleichzeitig Füsse bei Antrieb nach aussen gerichtet; Wende erfordert Berühren der Wand mit Händen; Kopf wie bei Rücken

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